Abenteurlich durch die Natur
Von Daniela Poschmann
„Nicht nach unten gucken. Konzentrier Dich, Dir kann nichts passieren“, spuckte es in meinem Kopf herum. Und tatsächlich, nach nur wenigen Minuten – erreichte ich sicher das Ziel. Dachte ich. Doch kaum angekommen, wanderte mein Karabinerhaken schon wieder zum nächsten gespannten Seil. Die zweite lediglich aus drei Seilen - zwei zum Festhalten, eins zum Spazieren - bestehende Brücke wartete mit einer nicht minder tiefen Schlucht. Doch einmal geschafft, packte mich der Ehrgeiz, verscheuchte die feigen Worte meines imaginären Ratgebers und ließ mich mutig voranschreiten. Das Resultat? Es machte riesig Spaß!
Sicherheit aus Europa
Seit mittlerweile zwei Jahren wandern, klettern und balancieren im Naturreservat Mbatoví zwischen Paraguari und Piribebuy abenteuerlustige Touristen und Einheimische über Felsen und Schluchten. Die gut 1.700 Meter lange Strecke führt vorbei an Gebirgsquellen, kleinen Wasserfällen und verschiedenartigen Bäumen und Pflanzen, über die der Eigentümer Jacinto Santa María einiges zu erzählen weiß. Ausgestattet mit einem zertifizierten Equipment aus Europa und zwei hilfsbereiten Guides macht sich die insgesamt neunköpfige Truppe nach einer Einweisung auf den Weg. Mit mir sind es drei Frauen, die sich zusammen mit ihren Partnern auf dieses Abenteuer eingelassen haben und bei deren Beobachtung, keimt Erleichterung auf. Die Erkenntnis, weder die Langsamste noch die Lauteste zu sein – einige kurze Schreien sind schlicht nicht unterdrückbar – stärkt das Selbstbewusstein. Da wird das Schreiten über die mit schmalen Holzlatten bestückte Hängebrücke glatt zum Kinderspiel.
Flug über die Schlucht
Die nächste Überraschung der Tour „Tapé Saingó” besticht mit einer Rundumsicht über das Naturreservat und mit einer federleichten Fortbewegungsart, der Hängebahn. Karabiner an den Stahlseilen befestigt und los. In 40 Metern Höhe überquere ich die Arme gen Himmel streckend die 105 Meter lange Schlucht. Viel zu kurz! Man kann von Glück sagen, dass dieser Park noch nicht fertiggetellt ist und Hoffung auf weitere Flugmanöver besteht. Kaum die Gegenseite erreicht, ist es vorbei mit dem Nervenpaket meiner Weggefährtin. Die Aussicht, sich von einem 25 Meter hohen und senkrecht gewachsenen Felsen abzuseilen, macht ihr sichtlich zu schaffen. Der erste Anlauf: Fehlstart. Der zweite Anlauf: Fehlstart. Beim dritten Anlauf scheinen die beruhigen Worte des Instrukteurs zu fruchten. Anstatt zur Seite wegzukippen findet sie ihre Ballance und ihre Füße bewegen sich in diagonalen Schritten abwärts. Geschafft! Doch damit ist leider schon das Ende des Abenteuer-Parkurs erreicht. Nun sind nur noch die rund 700 Meter Wanderweg zurück zum Ausgangspunkt zu bewältigen. Dort angekommen, begießen wir unsere Leistung mit eiskaltem Wasser auf der Aussichtsplattform. Was für ein Blick! Berge und Wald so weit das Auge reicht. Hier kann auch der kleine Spuk in meinen Kopf nicht anders. Man muss einfach nach unten schauen.
Wenn Sie den Kletterpark “Mbatovi” selbst erleben möchten, finden Sie die dazugehörige Tour >> hier.













