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Der Chaco - Südamerikas größtes Trockensavannengebiet

21 September 2008 564 x gelesen No CommentDrucken Drucken eMail zum Artikel eMail zum Artikel

Vielen ist der Chaco oder die “grüne Hölle”, wie sie oft auch genannt wird, gar nicht bekannt. In Südamerika allerdings spielt die riesige Trockensavanne am Fuße der Anden, allein schon aufgrund ihrer Größe von 1 Mio. km2, als Lebensraum vieler Menschen, vor allem vieler Indianer, eine bedeutende Rolle. Das Wort „Chaco“ stammt aus der Quechua-Sprache, einst die Sprache der Inka, und bedeutet „Große Ebene für die Jagd“. Die Tierwelt des Chacos wird oft als die vielfältigste ganz Südamerikas bezeichnet. Auch, weil hier allein fast 600 verschiedene Vogelarten leben. Der Chaco erstreckt sich vom Chiquitos Bergland in Bolivien im Norden bis hin zur Sierra de Cordoba in Argentinien im Süden. Im Westen wird er vom Río Paraguay und dem brasilianischen Bergland begrenzt, im Westen reicht er bis zu den Anden. Der paraguayische Chaco hat eine Fläche von 247.000 km2 und nimmt damit fast die Hälfte des Staatsgebietes Paraguays ein. Allerdings leben hier lediglich 3% der Gesamtbevölkerung. Der Großteil davon, d.h. mehr als die Hälfte, sind Indianer. Seit Urzeiten bewohnen verschiedene Stämme als Jäger und Sammler das trockene, teils lebensfeindliche Gebiet.

Der Chaco ist vor allem auch bekannt für seine Flaschenbäume, die auf Guaraní „sam’u moroti“ heißen, was so viel wie „weiße Pflanze“ bedeutet. Die spanischen Eroberer nannten die Flaschenbäume „palo borracho“ – „betrunkene Pfosten“. Diese sehr speziellen Bäume waren – und sind – sehr wichtig für die im Chaco lebenden Menschen. So ist z.B. das im Stamm enthaltene Wasser eine wichtige Wasserquelle in der sonst sehr so trockenen Dornenbuschsavanne. Zudem haben die Ureinwohner früher aus den sehr festen Baumstämmen Boote gebaut. Heute umschwirren in der Blütezeit der Flaschenbäume oft zahlreiche Kolibris die von Dornen durchzogenen Stämme, um den süßen Honig aus den Blüten zu saugen.

Im Nordwesten des paraguayischen Chacos liegt das letzte große zusammenhängende Waldgebiet des Landes. Ganz im Norden dann geht die Landschaft dann in Sanddünen über. Hier leben u.a. die in Paraguay vom Aussterben bedrohten „Guanakos“, kamel- bzw. lamaähnliche Huftiere. Vom Aussterben bedroht sind sie vor allem deswegen, weil Wilderer Jagd auf die wertvollen Felle und das das leckere Fleisch dieser seltenen Tiere machen. Allgemein sind Wilderer in diesem Teil des Landes ein Problem – sie jagen nicht nur Guanakos, sondern auch Jaguar, Puma und Tagua (ein wildschweinähnliches Tier). Ranger oder Parkwächter, die gegen die Wilderer vorgehen könnten, gibt es leider nicht.

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