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Die Kraft des Wassers

16 September 2008 330 x gelesen No CommentDrucken Drucken eMail zum Artikel eMail zum Artikel

Viele Länder haben gar keines - Paraguay hat gleich zwei! Die Rede ist von Wasserkraftwerken, beide gespeist durch den Río Paraná.

Yacyretá
Das Wasserkraftwerk “Yacyretá” liegt im Süden Paraguays an der Grenze zu Argentinien am Río Paraná in der Nähe der argentinischen Stadt Corrientes. 

Der Staudamm hat eine Länge von insgesamt ca. 65 km, seine Höhe beträgt ca. 75 m. Damit gehört er zu den größten der Welt. Der Stausee erstreckt sich auf einer Fläche von 1.600 qkm. Das gemeinschaftlich von Argentinien und Paraguay betriebene Wasserkraftwerk produziert mit seinen 20 Turbinen knapp ein Fünftel des argentinischen Strombedarfs. Nach Paraguay geht ein wesentlich geringerer Teil, da Paraguay so das von Argentinien vorfinanzierte Projekt abbezahlt.

Eine Besonderheit Yacyretás ist der “Fischfahrstuhl”. Dieser hievt alle 2 Stunden die zum Laichen gegen den Strom des Río Paraná schwimmenden Fische um gut 20 m nach oben. Oben angekommen öffnet sich die Schleuse und alle sich im Fahrstuhl befindlichen Fische werden hinaus in den Fluss gespült.

Der Name “Yacyretá” stammt aus der Sprache der Guaraní-Indianer und zwei unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen „Land des Mondes“ - hier setzt sich der Name aus den zwei Silben “Yacy” für ”Mond” und “Retá” für Ort zusammen - zum anderen „Ort des schwierigen Wassers“ - zusammengesetzt aus den drei Silben “Y” für Wasser, “Acy” für schwierig und “Retá” für Ort.

Das Bauwerk wirkt allein von außen schon imposant. Die Kraft des Wassers, von dem gut 800.000 Liter pro Sekunde durch jede der 20 Turbinen rauscht, spürt man jedoch erst, wenn man sich im Stauwerk selbst befindet.

Itaipú
Itaipú liegt ebenfalls am Rio Paraná, allerdings im Osten Paraguays bei Ciudad del Este, wo der Fluss die Grenze zu Brasilien bildet. Auch wenn der Stausee insgesamt kleiner ist, als der von Yacyretá, produziert das Wasserkraftwerk Itaipú mehr Strom. Es produziert jährlich sogar noch mehr Strom als der „Drei-Schluchten-Damm“ in China und liegt damit weltweit an erster Stelle. Der Damm benötigte 7 Jahre Bauzeit (von 1975 bis 1982), hat eine Länge von 7,7 km und eine Höhe von 196 m. Der Stausee hat eine Größe von 1.350 qkm und ist damit zweieinhalb mal so groß wie der Bodensee. Die ebenfalls 20 Turbinen haben eine Leistung von 12.500 Megawatt, und der Wasserdurchfluss beträgt 10.500 cbm pro Sekunde. Die Leistung entspricht etwa der von 12 Kernkraftwerken in Deutschland.

Der Name Itaipú stammt ebenfalls aus der Sprache der Guaraní-Indianer und bedeutet soviel wie „singender Fels“.  

Jeden Freitag- und Samstagabend wird Besuchern von Itaipú ein ganz besonderes Spektakel geboten: Eine Lichtershow, bei der 519 Scheinwerfer das komplette Staukraftwerk hell erleuchten.

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