Gründung Asuncións und Unabhängigkeit von der spanischen Krone
Im Auftrag von Pedro de Mendoza (Spanischer Eroberer, der 1536 die Kolonie Buenos Aires errichtet hatte) wurde Asunción am 15. August 1537 von Juan de Salazar y Espinoza als Festung gegründet. Vier Jahre später, am 16. September 1541, wurde der städtische Status anerkannt. Der Ort wurde seinerzeit „La muy noble y leal ciudad de Nuestra Señora Santa María de la Asunción“ genannt, was übersetzt “Die ehrwürdige und treue Stadt unserer heiligen Frau Mariä Himmelfahrt” bedeutet. Noch heute ist dies der offizielle Name der Stadt. Da im 16. und 17. Jahrhundert von Asunción aus zahlreiche Expeditionen und Städtegründungen durchgeführt wurden, bezeichnet man die Stadt auch als”Madre de Ciudades”, als “Mutter aller Städte”. Es heißt, Asunción sei nach Buenos Aires (1536) die zweitälteste Stadt Südamerikas. Nun, sicher ist zumindest, dass Asunción eine der ältesten Städte Südamerikas ist und es daher viel zu entdecken gibt!
Paraguays Unabhängigkeit und Staatsgründung nahm ihren Anfang in Europa, und fand noch lange vor der Deutschen statt. Nachdem Napoleon in Spanien einmarschiert war und der bourbonische König abgesetzt wurde, zerfiel nach und nach auch dessen Kolonialreich in Südamerika. Verschiedene Anführer auf dem Kontinent suchten die augenblickliche Schwäche des Spanischen Königshauses für sich zu nutzen und sagten sich vom Mutterland los, so auch Paraguay. 1810 schickte daraufhin der spanische Vizekönig in Rio de la Plata – einem der vier spanischen Vizekönigreiche in Südamerika, aus dem später Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay hervorgehen sollten – General Manuel Belgrano mit einer Streitmacht nach Paraguay. Doch die paraguayischen Truppen leisteten erfolgreich Widerstand, und Belgrano musste sich nach zwei verlustreichen verloren gegangenen Schlachten, die eine am 19. Januar 1811 in Paraguarí, die andere am 9. März 1811 am Río Tacuary, geschlagen nach Buenos Aires zurückziehen. Kurz darauf wurde der amtierende spanische Gouverneur Paraguays abgesetzt, und das Land erklärte sich, wie auch schon andere südamerikanische Staaten, von Spanien unabhängig. Noch heute lässt sich an vielen Ecken der Hauptstadt der Weg in die Selbstständigkeit nachvollziehen.
Proklamiert wurde die Unabhängigkeitserklärung in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai 1811 im „Casa de la Independencia“. Spanien selbst hat die Unabhängigkeitserklärung offiziell erst zwei Jahre später anerkannt, im Jahre 1813. Das „Casa de la Independencia“, übersetzt „Haus der Unabhängigkeit“, steht noch heute, und ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Das Haus wurde 1772 im Kolonialstil erbaut und war das Wohnhaus der Familie Martínez Sáenz. Seit 1965 ist das geschichtsträchtige Gebäude mit seinen fünf Räumen ein Museum, das zahlreiche Zeitzeugnisse und originale Einrichtungsgegenstände beherbergt. Zudem werden Original-Dokumente aus der Zeit der Befreiung aufbewahrt.
Kurze Zeit nach der Unabhängigkeit von den Spaniern wurde das ursprüngliche Stadtzentrum von Diktator José Gaspar Rodríguez de Francia dem Erdboden gleichgemacht, und die Bebauung im kolonialtypischen Schachbrettmuster angelegt. José Gaspar Rodríguez de Francia wurde zum ersten Präsidenten des jungen Staates, entpuppte sich aber schon bald als Diktator. Ihm sollten noch viele weitere Despoten folgen, wobei sich die Wirtschaft und vor allem der Handel prächtig entwickelten.













