Der Chaco-Krieg - gewonnen und doch verloren!
Der Chaco-Krieg oder „Guerra del Chaco“ war eine brutale militärische Auseinandersetzung zwischen Bolivien und Paraguay um den nördlichen Teil des Gran Chaco zwischen 1932 und 1935. Beide Länder erhoben Anspruch auf das weitgehend unbesiedelte und unwirtliche Gebiet, das heute zum größten Teil zu Paraguays gehört. Bereits in den Jahrzehnten vor dem Krieg hatten beide Seiten damit begonnen, die Steppen- und Sumpflandschaft zu durchdringen und Posten und Stellungen aufzubauen, die noch heute zu besichtigen sind. Man vermutete in dem Gebiet erhebliche Bodenschätze, darunter große Erdölvorkommen – die bis heute nicht gefunden wurden. Ausländische Investoren drängten jedoch auf beiden Seiten zum Kampf, vor allem US-amerikanischen Firmen wird eine entscheidende und kriegstreibende Rolle zugeschrieben. Grund zu der Annahme sind im Chaco gefundene Gewehre, die von amerikanischen Ölfirmen geliefert worden waren – als solche zu erkennen an der Aufschrift.
Die Kriegserklärung erfolgte dann 1932 von Seiten Boliviens, das neben der Vergrößerung des eigenen Staatsgebietes auch einen Zugang zum Atlantik anstrebte. In dem hauptsächlich durch Grabenkämpfe bestimmten Chaco-Krieg wurde mit Maschinengewehren, Handgranaten, Flammenwerfern, Panzern und Doppeldeckern aus dem 1. Weltkrieg gekämpft – geliefert aus Europa, vornehmlich aus England, Frankreich und Italien. Oberbefehlshaber auf paraguayischer Seite unter dem damaligen Präsidenten Eusebio Ayala war der spätere Marschall und Präsident General José Félix Estigarribia. Auch Alfredo Stroessner zog damals noch als Leutnant für Paraguay an die Front.
Zwar waren die Bolivianer zahlenmäßig überlegen, doch die paraguayischen Truppen organisierten sich besser und waren taktisch überlegen, so dass sie diesen Krieg für sich entschieden. Ein Waffenstillstandsabkommen wurde am 12. Juni 1935 vereinbart. Den Friedensvertrag, in dem Paraguay der größte Teil des umstrittenen Chaco-Gebietes zugesprochen wurde, haben die Präsidenten der beiden Kriegsparteien am 21. Juli 1938 in Buenos Aires unterschrieben. Bolivien verlor rund 200.000 km² seines Territoriums und etwa 60.000 Mann, konnte jedoch zumindest ein wesentliches Kriegsziel erreichen: den Zugang zum Atlantik. Über den RÃo Paraguay hat das Andenland bis heute eine Verbindung zum Atlantik. Paraguay verdoppelte durch den Chaco-Krieg sein Staatsgebiet, hatte die bolivianischen Ölfelder am Fuß der Anden bei Camiri allerdings nicht mehr erobern können. Insgesamt starben in diesem Krieg fast 50.000 paraguayische Soldaten. Es war dies die letzte Kampfhandlung des paraguayischen Militärs.













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