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Franziskaner - Missonare und Städtegründer

14 September 2008 356 x gelesen No CommentDrucken Drucken eMail zum Artikel eMail zum Artikel

Die ersten Franziskaner kamen im 16. Jahrhundert in das heutige Paraguay. Ihre Arbeit sahen sie in der Missionierung der Indios, die durch die Spanier und Portugiesen in dieser Zeit stark vorangetrieben wurde.

Die beiden ersten namentlich bekannten Franziskanermönche waren Alonso de San Buenaventura und Luis de Bolaños, die mit ihrer Arbeit im Raum Asunción begannen. Die heutige Hauptstadt Paraguays ist eine der ältesten Städte Südamerikas (1537 gegründet, seit 1541 Stadtstatus) und trägt bis heute den offiziellen Gründungsnamen „La muy noble y leal ciudad de Nuestra Señora Santa María de la Asunción“ („Die ehrwürdige und (spanien-)treue Stadt Unserer Heiligen Frau Maria der Himmelfahrt“). Im 16./17. Jahrhundert galt sie als „Städtemutter“, da von hier aus viele Stadtgründungen in ganz Südamerika durchgeführt wurden.

Dies taten auch die beiden bereits erwähnten Franziskaner. Sie betätigten sich als Wanderprediger und gründeten ab 1580 viele Siedlungen („reducciones“), in denen sie den Eingeborenen den christlichen Glauben und die Herstellung verschiedener schlichter, aber auch wunderschöner kunstvoller Gegenstände beibrachten. Die Orte, die auf die beiden Missonare zurüchgehen sind: Altos, Itá, Yaguarón, Tobati, Ypané und Atyrá. Gleichzeitig erstellten die Franziskaner die ersten Wörter- und Grammatikbücher in der Eingeborenensprache Guaraní.

Mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts begannen die Franziskaner ihre Missionen und Siedlungsgründungen in den Osten Paraguays zu verlagern. Hier wurden u.a. Caazapá, Yuty und San Juan Nepomuceno gegründet.

Die Franziskaner gründeten allerdings nicht nur viele Orte, sondern ließen auch einige Kirchen erbauen. Die beiden bekanntesten stehen in Yaguarón und Atyrá. Das besondere an diesen Kirchen ist, dass die Altäre und Kanzeln gänzlich aus Holz geschnitzt sind. Darin sind Figuren, Pflanzen und Symbole sehr detailliert und zahlreich dargestellt und ziehen jeden Besucher in ihren Bann. In Yaguarón findet man sogar eine der wenigen Kirchen auf der Welt, in der ein Bild Gottes dargestellt wird.

Damit begründeten die Franziskaner einen neuen Kunststil, mit dem Namen Hispano-Guaraní-Barock. Darin wurden Elemente aus dem spanischen Barock und der Kultur der Guaraní-Indianer vermischt.

1617 wurden viele Redunktionen der Franziskaner von portugiesischen Slavenhändlern, die in das Land einfielen, zerstört.

Ascunción ist heute, nachdem es am 1. Juli 1547 durch Papst Paul III. ein Bistum geworden war, ein Erzbistum. Dazu wurde es am 1. Mai 1929 durch den damaligen Papst Pius XI. erhoben.

 

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