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Ein Eidechsenhund mit einer Vorliebe für verborgene Schätze

12 September 2008 396 x gelesen No CommentDrucken Drucken eMail zum Artikel eMail zum Artikel

Von Rafaela Rahmig

In Gestalt einer Eidechse mit mindestens einem Hundekopf wurde der erste Sohn von Tau und Kerana geboren. In manchen Regionen in Paraguay ist das Fabelwesen “Teju Jagua”, was ins Deutsche übersetzt so viel wie “Eidechsenhund” bedeutet, nicht nur mit einem Kopf, sondern mit bis zu sieben Hundeköpfen ausgestattet. Vielerorts wird behauptet, dass der Teju Jagua ein friedliches Geschöpf sei, weil seine Körpermasse es ihm sehr schwer mache, seine Bösartigkeit und seine außergewöhnlichen Kräfte nutzen zu können. Andere behaupten jedoch, dass sein Feuerblick sehr wohl eine Waffe sei, die ihm Respekt verschafft und die Menschen beim bloßen Anblick in die Flucht treibt. Geschichten, die erzählen, dass Teju Jagua ein Mörder sei und Menschen fangen würde, um sie in seiner Gruft zu verschlingen, werden von echten „Guaranies“ nicht akzeptiert. Die Indianer behaupten, er würde sich nur von Früchten und Honig ernähren. Als friedliches Wesen beschütze und bewache er die goldigen Früchte des Waldes. Der Teju Jagua, so wie die Legenden ihn beschreiben, sei am Besten in der Gegend des Hügels Yaguarón anzutreffen, wo sich die Abgründe und Höhlen seine Schutzorte befänden. Deswegen wird er auch Herrscher über Höhlen und Abgründe genannt. Man spricht oft von einem wunderbaren Glanz, der seinem Körper einen goldigen Schimmer verleiht. Dieser rührt daher, dass er sich mit viel Vergnügen in Gold und Edelsteinen wälzt, wie man in vielen Büchern, die sich mit guaranischen Fablen beschäftigen nachlesen kann. Falls in der Region von Itape Kostbarkeiten und Schätze zu finden seien, wisse er, wo die zu finden sind, geben Kenner der Guarani Geschichten zu verstehen. Man muss jedoch erst mal an seiner Schreckensgestalt vorbei kommen, da er sich als Wächter der Schätze der Region verstehe. Es gibt eine andere Gestalt in der guaranischen Fabelwelt, die das monströse Tier wie ein Lämmchen an der Leine im Wald spazieren führt. Die kolossale Eidechse mit einem oder mehreren Hundeköpfen soll jeden Tag von seinem Bruder „Jasy Jatere“ zur Quelle geführt werden, um von ihm Wasser und Honig zu erhalten.

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